Header Wooden Beauties

“Wooden Beauties”- ein Lebensgefühl...

Baldeneysee

Eigentlich fing alles mit dem Kauf eines Campers an, einem GMC-Motorhome vom Typ "Birchaven" 6 Räder, Platz ohne Ende, ein tolles Teil. Also ging’s los. Nach Spanien, Italien usw. immer ans Meer. Nach einer Weile am Meer meinte ich ein Boot haben zu müssen. (Der Fitness wegen und so) Zurück zu Hause machte ich mich kundig. Eigentlich sollte es ein Faltboot sein, (Würde am besten zu so einem Oldtimer-Camper passen.) doch die alten Boote, die mich interessierten waren in einem desolaten Zustand. Durch einen Zufall kam ich dann, durch einen guten Freund, an ein altes PE-Kajak. Nach einigen Ausflügen, merkte ich: "Dat isses nich". Irgendwas fehlte. Boot war eigentlich abgehakt, als ich einige Zeit später nach Canada/Neufundland reiste. (Nee, natürlich ohne Camper.)

Es muss am 3.Tag meines Aufenthaltes gewesen sein, als ich in der Nähe von "Bell-Island" ein glänzendes Etwas im Meer sah, was sich als Kajak entpuppte. Meine Neugier war geweckt, denn das Ding sah von weitem schon toll aus. Da surfte einer mit `’nem Kajaks durch die Wellen. (Naja, schauen wir halt mal.) Ich radelte also am Meer lang, den Paddler fest im Blick. ("Is das Ding etwa aus Holz????") Der Paddler war inzwischen an Land gekommen, und da lag es. Ein Seekajak aus Cedern-Holz. Ein toller Anblick. Wassertropfen standen auf der Bootsoberfläche. Dunkle und helle Streifen aus Holz verliehen dem Boot etwas Elegantes. Die Form war leicht geschwungen und... (Er nannte das Boot "Wooden Beauty" "Jaaaaa... dat isset... So`n Ding will ich haben." Da wars passiert. (Suchtgefahr) Ich erfuhr dass der Paddler (Eric) das Boot selber angefertigt hatte und wie ich Tischler war. Kurzerhand wurde ich eingeladen, am nächsten Tag seine Werkstatt zu besuchen. (Was ich nur zu gerne tat.)

Es stellte sich heraus das ich in einer Ecke von Canada gelandet war, in der sich viele Leute mit dem Bau von Seekajaks beschäftigten. Ich lernte alle möglichen Kajakbauer kennen, die ähnlich wie Surfer eine eingeschworene Gemeinschaft bildeten und für die das Holzkajak fahren zur Lebenseinstellung geworden war. Es gab die unterschiedlichsten Bauformen: "Skin on Frame", "Stich and Glue", "Wood Strip".Ich fand nach einiger Zeit, das "Wood-Strip", für mich, die eleganteste Bauweise ist, und am ehesten in Frage kommt, ein Kajak zu bauen. Kurz: Holzstreifen werden auf ein Mallengerüst gespannt, genagelt und verleimt. Anschließend beidseitig mit Glasseidengewebe und Epoxidharz beschichtet. (Später mehr). Nach einigen Monaten, und inzwischen viel Praxis, zurück zu Hause in meiner Werkstatt gings gleich los. Doch eines wollte ich noch ändern. Die Holzart. Alle Welt baut diese Art von Booten aus zumeist Cedern-Holz. Dieses Holz ist zwar leicht und ist leicht zu bearbeiten, doch wieder fehlte etwas. Es ging mir weniger ums Gewicht als ums Design. Ich wollte im Design an die alten Italienischen Boote erinnern wie z.B. die Riva-Boote. Oder etwa an frühe "Runabout`s", schnelle Holz-Motorboote, die in den 50er und 60er Jahren in den U.S.A. gefertigt wurden. Und zwar aus, der Kenner ahnt`s schon, aus Mahagoni. (evtl. Streifen aus Ahorn??Ebenholz???)

Nach etlichen schlaflosen Nächten, (nehm` ich morgen einen Hellen oder dunklen Holzstreifen) und nach etlichen Mails an Eric und die anderen, (Was mache ich, wenn....) war es dann endlich soweit. 350 Std.?) Morgens um 6.30 Uhr am Baldeneysee in Essen. Ganz "stickum", links gucken, rechts gucken,... keiner da... uuuund rin... Jaaa. (schwimmt). Das Gefühl werde ich nie vergessen. Allein auf dem See,... Nebelschwaden steigen aus dem See,... ruhiges Wasser (Gott sei Dank), Dahinten geht gleich die Sonne auf,... und eine Ruhe, die nur durch leises Vogelgezwitscher. unterbrochen wird,... der Geruch von frisch gemähtem Gras und ein leichter Luftzug...auf dem glänzenden Vordeck einige Wassertropfen. Nun geht die Sonne langsam auf und die Farben der verarbeiteten Hölzer fangen an zu leuchten. (...Schnief...) Ein tolles Gefühl, nach so viel Arbeit. (Mal sehen wie das nächste wird. “HiHi”) Das sind die Momente für das Holzkajak. Genuss pur. Das ist wie ein guter Wein aus einem edlen Glas. Ich weiß nicht was ich lieber mache. Boote bauen oder paddeln. Fest steht, es ist seit einigen Jahren zu einem Teil meines Lebens und meiner Arbeit geworden. Die Anfertigung von Kleinigkeiten wie etwa einen "Wood-Strip Bootswagen", oder einen Formsitz, oder einen transportablen Werkstattwagen für "Wood-Striper" kamen so nach und nach auf Anregung von außen.

Natürlich erledige ich nach wie vor ganz normale Schreinerarbeiten, aber der Kajakbau ist doch inzwischen zur Haupttätigkeit geworden. Seit einigen Jahren baue ich Kajaks nach meinen Vorstellungen. Wenn diese dann fertig sind,(meist vorher) werden die "Beauties", so wie sie sind verkauft. Also bis bald in meiner Werkstatt.